
Freitag, 22.05.2026
Am 26. Mai ist Tag der Biotonne
Biotonne stärkt Rohstoffunabhängigkeit
Anlässlich des Tags der Biotonne am 26. Mai 2026 macht die RSAG auf die zentrale Rolle der Bioabfallverwertung für eine sichere und ressourcenschonendere Daseinsvorsorge aufmerksam. Unter dem diesjährigen Fokus „Biotonne und Rohstoffunabhängigkeit“ wird deutlich: Wer Bioabfälle konsequent trennt, trägt aktiv dazu bei, wertvolle Ressourcen im Kreislauf zu halten und die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren.
Bioabfälle sind weit mehr als vermeintlicher Müll – sie sind ein wichtiger Rohstoff. Durch ihre Verwertung können energieintensiv hergestellte und häufig importierte Kunstdünger ersetzt werden. Gleichzeitig wird der Einsatz von klimaschädlichem Torf in Erden reduziert. Darüber hinaus entsteht bei der Vergärung von Bioabfällen Biogas, das fossile Energieträger ersetzt und so einen zusätzlichen Beitrag zur Energieunabhängigkeit leistet.
„Mit der konsequenten Verwertung von Bioabfällen werden wir unserer Verantwortung in der Daseinsvorsorge gerecht. Wir sichern nicht nur eine umweltgerechte Entsorgung, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Rohstoff- und Energieversorgung von morgen“, betont RSAG-Pressesprecher Philip Moll.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kompostierungs- und Vergärungsanlage „BIENE“ der RSAG. Hier werden jährlich rund 60.000 Tonnen Bioabfälle sowie zusätzlich etwa 18.000 Tonnen Grünabfälle aus dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Bonner Stadtgebiet verarbeitet. Dabei entstehen pro Jahr rund 2,3 Millionen Kubikmeter Biogas – genug, um etwa 1.300 Haushalte mit Energie zu versorgen. Gleichzeitig produziert die Anlage etwa 25.000 Tonnen gütezertifizierten Kompost nach RAL-Kriterien, der als hochwertiger organischer Dünger und Bodenverbesserer in der Landwirtschaft und im Gartenbau eingesetzt wird.
Damit dieser Kreislauf funktioniert, ist die richtige Nutzung der Biotonne entscheidend. Die RSAG kontrolliert bereits heute die Biotonnen im Rhein-Sieg-Kreis. Falsch befüllte Tonnen – beispielsweise mit Plastiktüten oder Restmüll – bleiben stehen und werden mit einem Hinweis versehen. Denn insbesondere Plastiktüten, auch sogenannte kompostierbare Varianten, stören den Verwertungsprozess erheblich und verursachen zusätzlichen Aufwand bei der Nachsortierung.
Wer unsicher ist, welche Abfälle in die Biotonne gehören, findet umfassende Informationen im Abfall-ABC sowie in der RSAG-App.
Mit dem Tag der Biotonne möchte die RSAG das Bewusstsein für die Bedeutung der Bioabfalltrennung stärken – als einfachen, aber wirkungsvollen Beitrag zu mehr Ressourcenschonung, regionaler Wertschöpfung und einer resilienteren Daseinsvorsorge.

Was passiert denn eigentlich mit unserem Biomüll?
Der Biomüll wird zu unseren Kompostwerken gebracht und dort zu gütegesichertem Kompost für die Landwirtschaft verarbeitet. Zusätzlich wird mit den Rohstoffen aus der Biotonne in unserer Bioabfallvergärungsanlage „BIENE“ in Sankt Augustin auch klimafreundliches Biogas erzeugt. Die Gärreste werden anschließend zu Kompost aufbereitet. Das alles geht aber nur mit sauberen Bioabfällen.
Seit wann gibt es im Rhein-Sieg-Kreis die Biotonne?
1990 wird die Mekam-/(Zweikammer-)Tonne für Restmüll und kompostierbare Küchen- und Gartenabfälle in Niederkassel eingeführt. Vier Jahre später endete der Versuch.
1995 wird die Biotonne als Pflichttonne für das gesamte Kreisgebiet eingeführt. Eine Befreiung kann nur durch die Kompostierung auf dem eigenen Grundstück erfolgen.
