RSAG

Freitag, 05.04.2024

„BIENE“ bearbeitet nun alle rechtsrheinischen Bioabfälle


Erste Erfahrungen zeigen, wo noch justiert werden muss – ein Update nach knapp sechs Monaten Regelbetrieb aus der neuen Vergärungs- und Kompostierungsanlage in Sankt Augustin.

Mit der neuen Vergärungs- und Kompostierungsanlage („BIENE“, Foto 1) ist eine der größten und modernsten Biogasanlagen Deutschlands auf dem RSAG-Entsorgungs- und Verwertungspark (EVP) in Sankt Augustin-Niederpleis entstanden. Seit Oktober 2023 läuft sie im Regelbetrieb. Der angelieferte Bioabfall aus dem rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis und aus Teilen der Stadt Bonn wird hier zu einem wichtigen Energielieferanten und ist ein wichtiger Schritt zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Insgesamt läuft der Regelbetrieb wirklich gut. Bei hochtechnisierten und komplexen Anlagen gibt es immer Dinge, die sich erst im laufenden Betrieb zeigen. Diese werden nun feinjustiert und optimiert. Hier arbeitet die RSAG weiter in enger Abstimmung mit den Herstellern und Anlagenbauern zusammen.

Ein erstes Update aus dem laufenden Betrieb

  • Anfang Dezember 2023 wurde die Gasaufbereitung (Foto 2) in Betrieb genommen.
  • Eine Herausforderung war die Bereitstellung der komplexen Schnittstelle zur Gaseinspeisung von unserer Anlage ins hiesige Verteilnetz der Rhein-Sieg Netz GmbH. Nun aber können wir die Gesamtmenge des durch den Vergärungsprozess erzeugten Biogases einspeisen und das Blockheizkraftwerk (BHKW) – ursprünglich als Backup zur Verwertung des Biogases eingesetzt – wurde jüngst abgebaut.
  • Die tägliche Anlieferung der Bioabfälle funktioniert einwandfrei, es gibt genügend Platz in der Halle (Foto 3). Auch die Maschinentechnik hat sich eingespielt und leistet ihren Dienst, so wie es sein soll. Ein großer Vorteil: Mit der neuen Anlage können nun alle angelieferten Bioabfälle direkt vor Ort umgesetzt werden, da die Kapazitäten im Vergleich zur alten Anlage wesentlich höher sind.
  • Der Fermenter arbeitet zuverlässig und liefert (auch in der Wintersaison) kontinuierlich Gas in ausreichender Menge und guter Qualität.
  • Die TÜV-Abnahme des Biomassedampfkessels, die Wärmequelle der Gesamtanlage, ist vor kurzem erfolgt.
  • Das so genannte Eintragsgerät (TEG; Foto 4) – verantwortlich für den gleichmäßigen und lockeren Eintrag des Bioabfalls in die Rottetunnel – läuft nach ersten, kleineren Anlaufschwierigkeiten auch wieder.
  • Beim Biofilter hat die offizielle Messung gezeigt: alle Werte entsprechen den Vorgaben, der Biofilter arbeitet geruchsarm.

Hier wird noch weiter optimiert

  • Die Lüftungstechnik wird geprüft und nachjustiert, damit die Luftzirkulation innerhalb der Kompostanlage noch besser funktioniert.
  • Das so genannte Trommelsieb wird in naher Zukunft noch mal ausgetauscht werden. Dieses ist das letzte Siebelement im Feinaufbereitungsprozess zur Erzeugung von Feinkompost.

Nächste Schritte

  • Installation der Photovoltaik-Anlage: Diese wird aktuell Stück für Stück angeliefert. Nach der Dachunterkonstruktion erfolgt das Anbringen der ersten Solarmodule.
  • Bis zum Sommer soll die neue Photovoltaik-Anlage, die eine Spitzenleistung bis 1,6 Megawatt liefern kann, laufen. Damit können wir ca. 25 Prozent unserer Eigenbedarfsleistung an Strom vor Ort decken.

Bittere Wahrheit

Nach wie vor zeigt sich leider, dass immer noch viel zu viele Fremdstoffe – allen voran Plastik und Kunststoffe, zumeist in Form von Verpackungen – im Biomüll landen (Foto 5).
Der Beweis dafür, wie notwendig unsere nach wie vor laufende Kampagne „Bio… Logisch – Kein Plastik in die Biotonne“ ist, um die Menschen konstant dafür zu sensibilisieren, wie wichtig die korrekte Mülltrennung ist – für Mensch, Tier und Natur.

‹ Zurück zur Übersicht